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| Autor | Thema: Papa verloren |
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| @nd*drea Lernt noch alles kennen ![]() ![]() ID # 216 |
erstellt: 21. April 2007 16:51 zitat pm mail Hallo, ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen. Ich habe lange überlegt ob ich einen Beitrag schreiben soll und habe mich jetzt doch dazu durchgerungen. Vor fast 3 Monaten hat sich mein Papa das Leben genommen. Er hat Alkohol getrunken, Tabletten geschluckt und ist dann in einen Weiher gesprungen. Jetzt ist nichts mehr wie es mal war. Er fehlt mir einfach so. Das er ein Problem hatte wusste ich, aber das es so schlimm war hatte ich nicht bemerkt. Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass er das nicht tun darf und dass ich ihn brauche. Die Lösung für sein Problem wäre sogar schon vor der Tür gestanden, aber er hat sie nicht mehr hereingelassen. Oft frage ich mich ob ich seinen Entschluss verhindern hätte können? Aber jetzt ist es zu spät. Er ist einfach nicht mehr da. Ich konnte mich nicht einmal mehr von ihm verabschieden. Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich diesen Schmerz noch ertragen soll. Er fehlt mir so. Lg Andrea ----------------------- warum nur? |
Beiträge: 7 | Mitglied seit: April 2007 | IP: gespeichert | |
| Wolfgang Administrator ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ID # 2 |
erstellt: 24. April 2007 10:53 zitat pm mail hp Liebe Andrea, zuerst einmal möche ich Dich herzlich in unserem Forum begrüßen. Lieder komme ich erst jetzt dazu, Dir zu antworten. Wir feiern nämlich übermorgen das 30-jährige Bestehen unserer Einrichtung und da gibt es noch vieles zu tun.... Du hast Dich hier sicher schon umgschaut und gesehen, dass es vielen so geht, wie Dir. Du hast recht - nichts kann mehr so sein wie vorher, aber im Laufe der Zeit kann neues entstehen, auch wenn die Lücke immer bleiben wird. Wenn Du willst, kannst du hier schreiben, was du willst. Ich weiß nicht, ob Du einen Freundes- und Familienkreis hast, wo Du mit Deiner Trauer gut aufgehoben bist. Wenn nicht, dann möche ich Dich dazu ermuntern, das Forum zu nutzen und alles aufzuschreiben, was Dir so einfällt, alle Gedanken, Gefühle, Erinnerungen.... Vieleicht tut Dir das gut. Du fragst Dich, ob Du seinen Entschluss hättest verhindern können. Ich glaube, das fragen sich fast alle und diese Frage treibt viele zu quälenden Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen. Du hast aber noch etwas wichtiges geschrieben, nämlich, dass die Lösung vor der Tür stand, er habe sie aber nicht hereingelassen. Ich glaube also, dass Du wahrscheinlich gar keine Chance hattest. Soviel mal für heute. Ich würde mich freuen, wieder von Dir zu hören. Bis bald.... Wolfgang, Admin. ----------------------- "Wenn die Nacht am tiefsten, ist der Tag am nächsten..." (Ton, Steine, Scherben) |
Beiträge: 248 | Mitglied seit: Januar 2003 | IP: gespeichert | |
| @nd*drea Lernt noch alles kennen ![]() ![]() ID # 216 |
erstellt: 26. April 2007 19:51 zitat pm mail Hallo Wolfgang, vielen Dank für deine Antwort. Mit meinen Freunden kann ich kaum darüber reden. Ich habe das Gefühl, dass sie einfach nicht wissen wie sie mit mir umgehen sollen. Sie tun einfach immer so als wäre nichts gewesen. Aber das treibt mich noch in den Wahnsinn. Nichts ist mehr wie vorher. Ich habe einen der wichtigsten Menschen meines Lebens verloren. Aber warum verstehen das nur so wenige? Viele meinen auch, warum ich so "lange" trauere. Aber es sind doch noch nicht einmal drei Monate vergangen. Manchmal fühle ich mich deshalb total unter Druck gesetzt und denke ob das noch alles normal ist. Ich muss doch erst mal selbst wieder mein Leben in den Griff kriegen. Dabei würde ich meine Freunde jetzt so sehr brauchen. Aber Sie tun mir so weh damit, indem sie immer nur so tun als wäre nichts gewesen. Ich weiß, dass ich auf sie zählen kann wenn es darauf ankommt und sie haben mir auch in den Tagen und Wochen nachdem ich erfahren habe, dass mein Papa tot ist sehr geholfen aber jetzt würde ich mich über ein bisschen mehr Verständnis freuen. Es gibt Tage an denen ich total schlecht gelaunt bin, aber sehr viele verstehen das einfach nicht warum das so ist. Ich habe mich mit meinem Papa sehr gut verstanden und ich kann es einfach nicht begreifen, dass er wirklich nicht mehr nach Hause kommt. Er felht mir einfach so. Mit jedem Tag der vergeht vermisse ich ihn mehr. Lg Andrea ----------------------- warum nur? |
Beiträge: 7 | Mitglied seit: April 2007 | IP: gespeichert | |
| gregor Lernt noch alles kennen ![]() ![]() ID # 222 |
erstellt: 01. Mai 2007 20:47 zitat pm mail hallo andrea, ich habe anfang des jahres meine mutter verloren und 4 tage später hat sich mein vater das leben genommen. ich kann gut verstehen das du deinen vater sehr vermisst. obwohl meine elter getrennt lebten hab ich ihn sehr gemocht. du darfst aber auf keinem fall dir versuchen die schuld zu geben. du kannst nichts dafür, dein vater war ein erwachener mann der für sich selbst alles für sich entscheiden musste. als ich meine mutter tot in der wohnung gefunden habe wusste ich auch nicht was ich machen sollte, auch ich habe kurz über selbstmord nachgedacht aber mir haben alle leute kraft gegeben und ich ahbe bei miener tante und meiem onkel ein neues zuhause gefunden. ich kann dir nur raten dich an die leute die dir viel bedeuten zu wenden und zu versuchen die sitoatinon mit ihnen zu verarbeiten. bitte such die schuld nicht bei dir und versuch des lebens wieder froh zu werden. du schafst das bestimmt auch wenn es schwer wird. glaub an dich. ich wünsch die alles gute und viel erfolg, gregor ----------------------- ich hab alles verloren aber ich geb nicht auf |
Beiträge: 2 | Mitglied seit: Mai 2007 | IP: gespeichert | |
| @nd*drea Lernt noch alles kennen ![]() ![]() ID # 216 |
erstellt: 01. Mai 2007 21:08 zitat pm mail Hallo Gregor, vielen Dank für eine Antwort. Das tut mir leid, dass Du gleich Vater und Mutter verloren hast. Aber ich bin total beeindruckt, wie du mit der Situation umgehst. Als ich deine Antwort gelesen habe, sind mir Tränen in die Augen geschossen. Wie geht es Dir denn inzwischen? Ich würde mich freuen, wieder etwas von Dir zu hören. Ich wünsche Dir viel Kraft auf deinem weiteren Weg. Lg Andrea ----------------------- warum nur? |
Beiträge: 7 | Mitglied seit: April 2007 | IP: gespeichert | |
| gregor Lernt noch alles kennen ![]() ![]() ID # 222 |
erstellt: 01. Mai 2007 22:05 zitat pm mail hallo andrea, danke für die anteilnahme. inzwischen geht es mir schon besser. ich denke natürlich sehr viel an die beiden. das lässt sich nicht vermeiden. was mir geholfen hat war die entfernung zu meiner heimat. der preis dafür war aber auch nich gering. ich habe alles meine freunde aufgegeben. auch viel zeit mit hobbys zu verbringen hat sehr geholfen das geschehene in den hintergrund zu drängen und sich an schönen sachen und dem leben zu erfreunen. wie wolfgang schon sagt ist der familienkreis und der freundeskreis auch sehr wichtig und hilfreich. ich wünsche dir viel kraft und hoffe das dir diese vorschläge helfen und das du bald schon wieder fröhlicher seien kannst. viel erfolg. gregor ----------------------- ich hab alles verloren aber ich geb nicht auf |
Beiträge: 2 | Mitglied seit: Mai 2007 | IP: gespeichert | |
| Wolfgang Administrator ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ID # 2 |
erstellt: 08. Mai 2007 07:42 zitat pm mail hp Hallo @nd*drea, hallo Gregor, eben habe ich kleiner_knispel beim Thema "Ein halbes Jahr danach" auf Selbsthilfegruppen hingewiesen. Vielleicht könnte das auch etwas für Euch sein? Wenn Ihr wollt, dann Mailt mir doch mal (an den Admin.), denn wenn ich weiß, wo ihr wohnt (und am besten auch , wie alt ihr seit), dann kann ich mal recherchieren, ob es etwas passendes für euch in eurer Nähe gibt. Gregor hat schon recht: Freunde und Familie sind wichtig. Aber für viele von diesen geht das Leben meist seinen gewohnten Gang weiter und bei Betroffenen stellt sich bald schon das Gefühl ein, zu stören oder lästig zu werden. Der Austausch mit Gleichbetroffenen ist m.E. unersetzlich. Das Forum hier kann so ein Ort auch sein, aber er ist nur Ersatz für eine "richtige" Gruppe. Euch beiden alles Gute wünscht der Admin. ![]() ----------------------- "Wenn die Nacht am tiefsten, ist der Tag am nächsten..." (Ton, Steine, Scherben) |
Beiträge: 248 | Mitglied seit: Januar 2003 | IP: gespeichert | |
| @nd*drea Lernt noch alles kennen ![]() ![]() ID # 216 |
erstellt: 02. Februar 2008 20:46 zitat pm mail Hallo, mein letzter Beitrag liegt jetzt schon eine Weile zurück. Übermorgen wird es ein Jahr, dass sich mein Papa das Leben genommen hat. Ich weiß nicht, wie ich diesen und die darauffolgenden Tage überstehen soll. Alle Erinnerungen kommen wieder hoch. Als ich meinen Papa das letzte Mal lebend gesehen habe, die Suche nach ihm, die Befragungen durch die Polizei, die tagelange Ungewissheit, als die Polizei kam und uns die schreckliche Nachricht mitteilte, als ich meinen Papa dann tot gesehen habe... Alles ist so schwierig, seitdem er nicht mehr da ist. Ich vermisse ihn so. Sein Sterbetag ist auch noch der Rosenmontag. Alle um mich herum, freuen sich auf diesen Tag und wollen Party machen. Und ich habe einfach nur Angst davor. Ich weiß nicht ob ich in die Arbeit gehen soll. Meine Mutter meint, dass ich dann abgelenkt wäre. Aber ich weiß nicht ob ich das kann. Jetzt wird es schon ein Jahr, dass ich das letzte Mal mit ihm sprechen konnte. In der Trauer meint man die Zeit bleibt stehen, doch sie läuft doch weiter. Lg Andrea ----------------------- warum nur? |
Beiträge: 7 | Mitglied seit: April 2007 | IP: gespeichert | |
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erstellt: 13. Juni 2008 13:46 zitat Liebe Andrea,ich kann Dir jetzt erst antworten, da ich erste gestern dieses Forum entdeckt und mich registrieren habe lassen. Es ist furchtbar dass Dein Papa sich das Leben nahm. Du konntest Dich nicht verabschieden von ihm und Du weißt nicht warum er sich so entschieden hat. Das ist alles so ungerecht - ich weiß! Aber glaube mir er konnte die Lösung seiner Probleme nicht mehr sehen, weil er schon zu tief im Loch war. Bei mir hat sich mein Bruder Matthias letztes Jahr im September das Leben genommen. Er sprang von einer Autobahnbrücke. Auch ich habe mich gefragt, genau wie Du, ob ich den Suizid hätte verhindern können. Nun, nachdem ich mich seit Matthias' Tod mit dem Thema Suizid beschäftige, weiß ich dass ich es hätte nicht verhindern können. Auch Du hättest Deinen Papa nicht davon abhalten können ins Wasser zu gehen. Du hast keine Schuld! Ich weiß man zweifelt immer wieder an sich selbst, aber glaube mir Du hättest es nicht ändern oder verhindern können. Diese Menschen sind so verzweifelt dass sie die nahende Hilfe nicht mehr sehen können. Du mußt, denke ich, lernen, wie wir alle hier im Forum zu akzeptieren dass Dein Papa diesen Weg gewählt hat um aus dem Leben zu gehen. Auch ich bin jeden Tag neu dabei daß zu lernen. Es ist ein langer und harter Weg. Und die Trauer ist ein ewiges auf und ab. Aber ich glaube trotzem dass der Schmerz über den Verlust Deines Papas eines Tages erträglicher und damit auch lebbarer wird. Das wünsche ich Dir von ganzen Herzen! Liebe Grüße sendet Dir Christine mit Matthias im Herzen! |
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erstellt: 21. April 2007



