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In einer Familie mit Suchtproblemen kann sich kein Mitglied dem Geschehen entziehen

…die Abhängigkeit bestimmt das tägliche Leben aller Beteiligten. Kinder aus Suchtfamilien leben in einer Atmosphäre großer Verunsicherung und Instabilität. Der Alttag ist häufig chaotisch, und der Lebensrhythmus der Familie orientiert sich am Suchtmittel.

Stimmungsumschwünge und Inkonsequenz im Verhalten des suchtkranken Elternteils sind charakteristisch für die Atmosphäre in der Familie. Versprechungen, Vorsätze, Ankündigungen usw. werden oft nicht eingehalten, aber auch inkonsequentes Belohnungs- und Bestrafungsverhalten herrscht vor. Die Kinder erhalten dadurch wenig bis gar keine Orientierung.

In diesem familiären Chaos müssen sie frühzeitig erwachsen werden. Sie schlüpfen in Rollen, die ihnen eine gewisse Struktur und Verlässlichkeit bieten. Oft fühlen sie sich am Suchtverhalten der Eltern schuldig und übernehmen Verantwortung für etwas, das sie weder tragen, noch in seiner gesamten Dimension erfassen können. In suchtbelasteten Familien wird die Sucht zum Familiengeheimnis, d.h. Sachverhalte, Gedanken und Gefühle werden vor anderen absichtlich verborgen. Eltern und Kinder in Suchtfamilien sind oft zeitlebens an massive Schuld- und Schamgefühle gebunden.

Grundsätzlich gilt: Je jünger die Kinder sind, je länger sie den negativen Folgen der Suchtmittelabhängigkeit ausgeliefert sind, und je weniger bzw. später sie Hilfe erhalten, umso höher ist das Risiko einer eigenen Suchtentwicklung.
Text geschrieben von maks, Modellprojekt Arbeit mit Kindern von Suchtkranken.