Literaturtipps zu Krisen und Suizid im Jugendalter
"Es gibt etwas besseres als den Tod"
von Paul. G. Quinnet!
Für euch gelesen von Anna, einer Userin:
Das Buch hat mir seinerzeit wirklich sehr geholfen. Der Autor spricht Dich mit dem Buch persönlich an, und man glaub er sitzt einem gegenüber! Nachdem ich das Buch gelesen habe, ging es mir besser. Naja besser nicht, aber der Wunsch nach dem Tod war fast wie weg. Dieses Buch ist toll!
(ISBN 3451047888, Verlag: Herder, Freiburg)
"Mängelexemplar"
von Sarah Kuttner
Für euch gelesen von Sybille:
Das ist die Geschichte einer jungen Frau, die bis zu ihrem Absturz in die Depression ein scheinbar ausgefülltes Leben führt. Ein guter Job in einer Event-Management-Agentur, eine Liebesbeziehung, Freunde, Anbindung an ihre alleinlebende Mutter - diese Säulen lassen sie ein ein leichtes und spannendes Leben leben.
Durch den Verlust ihrer Arbeit und die Erkenntnis, den falschen Mann zu lieben, verliert sie den Boden unter den Füßen und erliegt ihrer ersten Panikattacke, der Beginn ihres Weges durch die Krankheit "Depression".
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich bekam das Gefühl, die Krankheit besser zu verstehen. Es ist lebendig, spannend, traurig, lustig; außerdem steckt eine dicke Portion Optimismus und der Glaube an sich selbst in der Geschichte.
(ISBN 3100422058, Verlag: Fischer)
"Veronika beschließt zu sterben"
von Paulo Coelho
Für Euch gelesen von Simone:
Veronika beschließt zu sterben handelt von einer unglücklichen jungen Frau, die sterben will, weil sie ihren Lebenstraum einer Pianistenkarriere einem ereignislosen Alltag geopfert hat, der ohne Herausforderung, ohne Risiko und ohne Passion ist.
Eines Morgens beschließt sie also ihrem Leben ein Ende zu machen, doch sie wacht in einer "Irrenanstalt" auf. Dort teilen die Ärzte ihr mit, dass sie herzkrank sei und nur noch wenige Tage zu leben hätte. Im Angesicht des Todes entdeckt sie, wie schön das Leben sein kann, wenn man darum kämpft und etwas riskiert. So beginnt sie für ihre Zukunft zu kämpfen und verliebt sich zum ersten Mal. Das Buch ist spannend, ergreifend und beinhaltet immer wieder überraschende Wendungen. Es bedrückt und beflügelt einen zugleich- sehr empfehlenswert!
(ISBN 3257062354 Diogenes Verlag AG Zürich)
"A long way down"
von Nick Hornby
Für euch gelesen von Wolfgang:
Martin, Maureen, JJ und Jess treffen sich zufällig in einer Silvesternacht auf dem Dach eines Hochhauses. Was den vier ganz unterschiedlichen Protagonisten gemeinsam ist: sie wollen ihrem Leben mit einem Sprung ein Ende bereiten. Nick Hornby, bislang eher bekannt als Autor von Romanen, die sich autobiographisch um Fußball, speziell um die Liebe zu Arsenal London (Fever Pitch) oder zur Rock-Musik (High Fidelity) drehen, hat einen guten Roman zum Thema Suizidversuch geschrieben. Weder ein kitschiges Rührstück noch einen klamaukigen Schenkelklopfer hat er zustande gebracht. Stattdessen schreibt er aus der subjektiven Sicht eines jeden „Selbstmordkandidaten“ den Weg in die suizidale Krise und den Prozess, den die vier in ihrer unfreiwilligen „Selbsthilfegruppe“ nach dem versuchten Versuch erleben. Dabei legt er ein erstaunliches Maß an Fachkenntnis an den Tag. So lässt er etwa JJ sagen: „Was ich mir klar machte, war: Ich hatte mich nicht umbringen wollen, weil ich das Leben hasste, sondern weil ich das Leben liebte. Ich glaube, in Wahrheit empfinden viele Menschen, die an Selbstmord denken, das genauso. Ich glaube, dass Maureen, Jess und Martin auch so empfinden. Sie lieben das Leben, aber ihres ist total am Arsch – deswegen habe ich sie dort getroffen, und deswegen leben wir alle noch. Wir haben alle oben auf dem Dach gestanden, weil wir keinen Weg zurück ins Leben fanden, und so vom Leben ausgeschlossen sein …. das macht einen einfach fertig.
(ISBN-13:978-3-426-61563-2 Verlag: Knaur)
"Wir wollen leben. Suizid in der Familie bewältigen"
von Petra Endres
Für euch gelesen von Varinia, einer Userin:
Der Suizid des Partners und Vaters hinterlässt quälende Fragen und Schuldgefühle. Dieser bewegende Erfahrungsbericht einer Witwe schildert, wie sie selbst und ihre Kinder den Schock und die Trauer verarbeitet und neue Lebenskraft gewonnen haben. Fassungslos erlebt Petra Endres, dass ihr Mann sich im Schlafzimmer erhängt hat. Wie soll es für sie und ihre beiden kleinen Kinder weitergehen? Mit den Kindern offen über den Tod zu sprechen und ihre Gefühle ernst zu nehmen, erweist sich als Schlüssel für die Verarbeitung. Immer zuversichtlicher vertraut die Autorin ihrer inneren Stimme und findet gemeinsam mit ihren Kindern wieder Boden unter den Füßen. Die Unterstützung der Freunde, die eigene Arbeit und am Ende auch eine neue Liebe sorgen mit dafür, dass es für die Familie ein lebenswertes Leben nach dem Suizid gibt.
(ISBN 978-3-86739-042-2, Verlag: BALANCE Buch + Medien Verlag)
"Borderline - Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige"
von Ewald Rahn
Zielgruppe: Borderlinebetroffene und Angehörige
Für euch gelesen von Daniela:
Das Buch, das aus der gemeinsamen Arbeit von Betroffnen und Therapeuten entstanden ist gibt Informationen über alle Symptome die zum Krankheitsbild Borderline gehören und zeigt auf, wie Betroffene mit einzelnen problematischen Verhaltensweisen umgehen können. Ich finde den Ratgeber sehr übersichtlich strukturiert und verständlich geschrieben.
(ISBN: 3884142585, Verlag: Psychiatrie-Verlag GmbH, Bonn)
"Bitte hört, was ich nicht sage - Signale von Kindern und Jugendlichen verstehen, die nicht mehr Leben wollen"
von Helga Käsler & Brigitte Nikodem
Zielgruppe: Eltern, Bezugspersonen, Freunde, Erzieher, Sozialpädagogen
Für euch gelesen von Ines:
Das Buch möchte Personen, die Kindern und Jugendlichen nahe stehen, helfen, mögliche Alarmzeichen frühzeitig zu erkennen. Um einen Selbsttötungsversuch zu verhindern. Ein gut lesbares Buch für alle, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Sehr hilfreich fand ich die umfassende Sichtwiese des Themas „Alarmsignale“ verstehen. Es wird zunächst mittels Fallbeispielen eingestiegen, dann Aspekte und Hintergründe zu suizidalem Verhalten und schließlich Interventionen nach einem Suizidversuch dargestellt. Wer das Buch gelesen hat, geht mir Sicherheit mit offeneren Augen durch die Welt.
(ISBN 3466305403, Verlag: Kösel- Verlag GmbH & Co, München)
"Suizid"
von Manfred Oetzelberger
Zielgruppe: Hinterbliebene nach Suizid
Für euch gelesen von Daniela:
Jedes Jahr bringen sich in Deutschland mehr Menschen um als es Verkehrsopfer gibt. Ihr Tod hinterlässt Freunde und Angehörige in einem Chaos von Gefühlen. Oft verschweigen sie aus Scham die wahre Todesursache. Manfred Otzelberger hat mit zahlreichen Betroffenen gesprochen, anhand dieser Beispiele zeigt er auf, mit welchen Problemen Hinterbliebene konfrontiert sind und wie sich diese bewältigen lassen. Aus der Sicht der Angehörigen beschreibt er den Freitod in seiner vielfältigen Gestalt: der Freitod des Kindes, der Eltern, eines Geschwisters, des Partners. Der praktische Teil bietet konkrete Hilfe: Ratschläge zur Trauerarbeit, Hinweise zum Umgang mit Behörden, Versicherungen und Medien sowie aktuelle Adressen von Beratungs- und Informationsstellen, von Selbsthilfegruppen und Therapiemöglichkeiten.
(ISBN: 3423362588, Verlag: Dtv)
"Wenn es dunkel wird"
von Kay Redfield Jamison
Zielgruppe: Alle am Thema Suizid Interessierte
Für euch gelesen von Daniela:
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation starben in den letzten Jahren mehr Menschen von eigener Hand als durch Krieg und Verbrechen. Jamison untersucht das Phänomen Selbstmord in all seinen Aspekten: Sie gibt den Stand der medizinischen, neurologischen, genetischen und psychologischen Forschung wieder, zieht literarische Zeugnisse, Tagebücher und Abschiedsbriefe von Seneca bis Virginia Woolf heran und wertet Biografien und gerichtsmedizinische Akten aus.
(ISBN: 3442760887, Verlag: Berliner Taschenbuchverlag)
"Warum hast du uns das angetan?"
von Chris Paul
Zielgruppe: Hinterbliebene nach Suizid
Für euch gelesen von Daniela:
Warum hast du uns das angetan? - diese Frage verstößt gegen ein Tabu. Nach einer Selbsttötung wagen es Angehörige meist nicht, ihre eigenen Gefühle der Einsamkeit, Wut und Ohnmacht in den Mittelpunkt zu stellen. Chris Paul beschreibt für Angehörige und alle, die ihnen helfen wollen, ebenso über Schwierigkeiten und Chancen des Trauerns, wenn ein Mensch sich das Leben genommen hat. Meiner Meinung nach ein einfühlsam und verständlich geschriebener Ratgeber für Hinterbliebene nach Suizid.
(ISBN: 3579009893, Verlag: Gütersloher Verlagshaus)
"Und fehlen wirst Du uns immer…"
von Frauke Jauch-Hesse
Für euch gelesen von Wolfgang:
In Aufzeichnungen, Briefen und Gedichten versucht die Autorin Frauke Jauch-Hesse ihren Weg durch die Trauer um ihren Sohn Nils, der mit 19 Jahren Suizid beging, eindrucksvoll festzuhalten. Auch ihre Homepage www.jauch-hesse.de befasst sich mit dem Suizid ihres Sohnes. In den Augen von Frau Jauch- Hesse kann Hilfe für den Trauernden darin bestehen, die aufkommenden Gefühle von Schuld, Wut und Verzweiflung durch stilles Zuhören und wortloses in den Arm nehmen mitzutragen und vor allem zu ertragen. Dies ist oftmals der einzige Weg, Trauernden ein wenig von der Last des unerträglichen Schmerzes zu nehmen.
(ISBN 3865160735, Verlag: Mein Buch)
"Mein Sohn ist einfach so gegangen..."
von Marion Weidner
Für euch gelesen von Wolfgang:
Marion, die für lange Zeit nach dem Suizid ihres Sohnes aktiv in unserem Forum für trauernde Eltern war, hat nun ihre Geschichte in einem Buch verarbeitet. Es heißt "Mein Sohn ist einfach gegangen...." und ist erschienen im Wagner-Verlag.
Die 296 Seiten kosten 15,90 Euro.
Die Autorin: Marion Weidner. In diesem Buch nimmt der Austausch mit Gleichbetroffenen im Forum einen erheblichen Umfang ein. Empfehlenswert.
"Mal sehen, ob ihr mich vermisst"
von Christa Hömmen
Für euch gelesen von Wolfgang:
Es gibt vieles zum Thema Krise und Suizid in Büchern oder Fachzeitschriften. Die meisten sind aber sehr wissenschaftlich und richten sich eher an Erwachsene. "Mal sehen, ob ihr mich vermisst" von Christa Hömmen ist als rororo-Taschenbuch erschienen und ist vor allem für Jugendliche sehr empfehlenswert
(ISBN 3-499-20547-5).
Das Buch soll aber leider vergriffen sein, wie wir erfahren haben. Schade!!
"Utopia Blues"
von Marianne Rutz
Für euch gelesen von Wolfgang:
Ein zweigeteiltes Buch: Im ersten Teil versucht die Schweizer Autorin, den Suizid ihres Sohnes Lucas zu verarbeiten. Im zweiten Teil sind Aufsätze verschiedener Fachleute zu finden. Gut gefallen hat uns hier z.B. die verständliche Sprache, mit der depressive Erkrankungen und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten erklärt werden. Dass manche Artikel in Interview-Form geschrieben sind trägt zur leichteren Lesbarkeit bei. Manches kommt aber auch zu kurz. So wird beispielsweise das „Präsuizidale Syndrom“ auf nur einer halben Seite abgehandelt und im Kapitel „Kinder- und Jugendpsychiatrie“ geht es nur um die Schweiz, so dass deutsche/österreichische LeserInnen hier etwas zu kurz kommen. Das Kapitel über Rat- und Hilfemöglichkeiten ist leider nicht auf dem aktuellsten Stand. Hier wurde leider nicht oder nur schlampig recherchiert. Insgesamt trotzdem ein empfehlenswertes Buch, vielleicht aber eher für Eltern, die ein Kind durch Suizid verloren haben.
(ISBN 3715210397, Verlag: Pro Juventute)
„Die Psychotherapie mit jungen Erwachsenen – Eine praktische Orientierungshilfe!“
von Horst Petri
Zielgruppe: alle, die sich für eine eigene Psychotherapie interessieren
Für euch gelesen von Wolfgang:
Horst Petri ist ein erfahrener Arzt und Psychoanalytiker. Vor allem als Therapeut für junge Erwachsene hat er sich einen Namen gemacht. In seinem Buch beschreibt er, wie aus seiner Sicht eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie funktioniert. Es ist in einfacher, für Laien verständlicher Sprache geschrieben. Auf knapp 100 Taschenbuchseiten schafft er es, gut zu informieren und die Angst vor einer Psychotherapie zu nehmen. Eine gut geeignete Schrift für alle, die sich für eine Psychotherapie interessieren, sich aber nicht so recht trauen….
(ISBN: 3-7831-2714-9; Kreuz-Verlag, Stuttgart)
Literaturtipps