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Benefizkonzert für [U25]

Morzan ist uns schon lange verbunden und am 9. November ist es wieder soweit: Die Band gibt ein Benefizkonzert in Leonberg und ein Teil des Erlöses geht zum wiederholten Male an [U25] Freiburg. Vielleicht habt ihr ja Lust vorbeizuschauen oder wenn der Weg zu weit ist findet ihr hier unter anderem den Song “E-Mail an X”, den wir euch als Text des Monats auch nochmal reingestellt haben.

Text des Monats Oktober

E-Mail an X

Sie ist 15 und nach außen geht’s ihr gut
Doch im Inneren schwindet jeden Tag der Mut
Denn der Druck wird zu viel – sie kann einfach nicht mehr
Sie hat lange gekämpft doch nun ist sie leer
Sie hat Stress in der Schule doch daheim ist das egal
Weil für die Eltern der Alltag wird zur Qual
Sie verstehn sich nicht mehr – haben nur noch Streit
Und für die Kinder bleibt dann einfach keine Zeit
Das hält sie nicht mehr aus – sie will nicht mehr sein
Aber sie zeigt das nicht – fängt nur heimlich an zu weinen
Sie will mit jemand reden – jemand der ihr zuhört
Jemand der ihr antwortet, den sie nicht stört
Dann findet sie im Internet den Treffer den sie braucht
Mit dieser E-Mail-Adresse ist wieder Hoffnung aufgetaucht
Und so setzt sie sich hin – tippt ihre Sorgen ein
Dann klickt sie auf „versenden“ – sie ist nicht mehr allein

Sie schreibt die E-Mail an X – E-Mail an Unbekannt
Sie schreibt ihre Sorgen und hofft sie wird anerkannt
Sie schreibt jemand Unbekannten Zeilen aus dem Herz
Diese E-Mail an X – voller Wut, voller Schmerz
Sie schreibt alles auf – wird dabei frei
Weil sie die Sorgen los wird – zumindest zum Teil
Und sie hofft dass man sich Zeit nimmt – nur einen Moment
Es wäre ein Beginn – es wäre das Fundament

Sie beginnt zu schreiben – mit jedem Wort kommt eine Träne
Ja sie hatte doch eigentlich ganz andere Pläne
Dann schreibt sie vom Alltag, vom Stress und dem Streit
Und dass sie es nicht mehr will – das Leben mit dem Leid
Sie will lieber fliegen – ein paar Sekunden Freiheit
Bevor sie dann vorbei ist – ihre Zeit
Sie hofft dass man das liest und es auch versteht
Damit endlich jemand merkt wie es ihr wirklich geht

Als die erste Antwort kommt ist’s für sie das pure Glück
Sie hat jemand der sie versteht – zumindest so ein Stück
Jemand der ihr zuhört, jemand der nicht geht
Jemand der ihr Wege zeigt damit der Wind sich dreht
Sie kann über alles schreiben – ihre Sorgen, ihre Wut
Sie vergisst dabei den Stress, das Schreiben tut ihr gut
Dann schaut sie stündlich in die Mails, hofft sie hat Post
Denn sie wird endlich gerettet, ja er taut dieser Frost

Und sie schreiben wochenlang – es geht immer hin und her
Bis sie die Gedanken verliert, sie träumt jetzt vom Meer
Mit jeder Antwort geht’s ihr besser – jedes Wort muntert auf
Weil es ihre Seele spiegelt – der Himmel hellt auf
Die Mails haben ihr einen Sinn gezeigt
Sie weiß jetzt warum leben und die Erde ist weit
Sie kennt nur den Namen doch sie ist einfach dankbar
Dass sie das Leben wieder liebt – einfach wunderbar

Songtext von Morzan – inspiriert durch [U25]

Text des Monats September

Wusstest du schon

Wusstest du schon,
dass die Nähe eines Menschen
gesund machen, krank machen, tot und lebendig machen
kann?

Wusstest du schon,
dass die Nähe eines Menschen
gut machen, böse machen, traurig und froh machen kann?

Wusstest du schon,
dass das Wegbleiben eines Menschen
sterben lassen kann,
dass das Kommen eines Menschen wieder leben lässt?

Wusstest du schon,
dass die Stimme eines Menschen
einen anderen Menschen wieder aufhorchen lässt, der für alles
taub war?

Wusstest du schon,
dass das Wort oder das Tun eines Menschen
wieder sehend machen kann,
einen, der für alles blind war, der nichts mehr sah,
der keinen Sinn mehr sah in dieser Welt und in seinem Leben?

Wusstest du schon,
dass das „Zeithaben“ für einen Menschen
mehr ist als Geld, mehr als Medikamente,
unter Umständen mehr, als eine geniale Operation?

Wusstest du schon,
dass das Anhören eines Menschen Wunder wirkt?
Dass das Wohlwollen Zinsen trägt,
dass ein Vorschuss an Vertrauen hundertfach auf uns
zurückkommt?

Wusstest du schon,
dass DU dieser Mensch sein kannst?

von Wilhelm Willms aus: “Der geerdete Himmel”

Text des Monats August

Beppo, der Straßenkehrer

“Siehst Du, Momo”, sagte er, “es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang, die kann man niemals schaffen, denkt man.”
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: “Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun, und zum Schluss ist man ganz aus der Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen!”
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: “Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst Du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, den nächsten Atemzug, den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur den nächsten.”
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
“Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.”

Aus dem Roman “Momo” von Michael Ende

Trauerwochenende für junge Erwachsene in Freiburg

Vom 06.09.bis 08.09.2019 findet in St. Ulrich ein Wochenende für junge Erwachsene zwischen 18 und 35 statt. Durch ganz verschiedene Zugänge könnt ihr eurer Trauer an den drei Tagen Raum geben und euch mit anderen jungen Menschen austauschen. Mehr Infos findet ihr hier.

Videowettbewerb-Ein Gespräch kann Leben retten

Nix los in den Ferien? Langeweile oder einfach nichts zu tun? Macht mit bei unserem Videowettbewerb zum Welttag der Suizidprävention! Bis Anfang August könnt ihr noch Videos drehen, schneiden, bearbeiten… lasst eurer Phantasie freien Lauf! Mehr Infos unter www.u25.de/ein-gespraech.

Text des Monats Juli

»Ich lebe«, sagte er dem Jüngling, während er sich einen Teller Datteln schmecken ließ, in einer Nacht ohne Lagerfeuer und ohne Mondschein. »Während ich esse, tue ich nichts weiter als essen. Wenn ich laufe, dann mache ich nichts außer laufen. Und wenn ich kämpfen muss, dann wird dieser Tag zum Sterben ebenso gut sein wie jeder andere. Denn ich lebe weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Ich habe nur die Gegenwart, und nur diese interessiert mich. Wenn du immer in der Gegenwart leben kannst, dann bist du ein glücklicher Mensch. Dann wirst du bemerken, dass die Wüste lebt, dass der Himmel voller Sterne ist und dass die Krieger kämpfen, weil dies Teil des Menschen ist. Dann wird das Leben zu einem großen Schauspiel, zu einem Fest, denn es ist immer und ausschließlich der Moment, den wir gerade erleben.«

“Der Alchimist” von Paulo Coelho

Text des Monats Juni

Lasst uns reifen wie ein Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne die Angst,
dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt doch.

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die das sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so arglos, still und weit…

Man muss Geduld haben
Gegen das Ungelöste im Herzen
Und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben
wie verschlossene Stuben und wie Bücher,
die in einer fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man auch die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken,
eines fremden Tages in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke

Text des Monats Mai

Himmelblau

Der Himmel ist blau,
und der Rest deines Lebens liegt vor dir.
Vielleicht wäre es schlau,
dich ein letztes Mal umzusehen.

Du weißt nicht genau,
warum, aber irgendwie packt dich die Neugier.
Der Himmel ist blau,
und der Rest deines Lebens wird schön.

Du hast ein gutes Gefühl,
du denkst an all die schönen Zeiten.
Es ist fast zu viel,
jetzt im Moment neben dir zu stehen.

Du hast kein klares Ziel,
aber Millionen Möglichkeiten.
Ein gutes Gefühl,
und du weißt, es wird gut für dich ausgehen.

Der Himmel ist blau

Die Welt gehört dir,
was wirst du mit ihr machen?
Verrate es mir,
spürst du, wie die Zeit verrinnt?

Jetzt stehst du hier,
und du hörst nicht auf zu lachen!
Die Welt gehört dir,
und der Rest deines Lebens beginnt!

Die Ärzte

Text des Monats April

Aufbruch

Es wird kommen der Tag,
da verlasse ich,
zaghaft zuerst,
dann beherzt
meine einsame Insel.

Wage mich endlich hervor
aus dem bewährten Versteck
und der sicheren Deckung,
fast ohne Angst und ohne
noch einmal mich umzusehen.

Meine Rüstung tue ich
ab und alle die Waffen,
das Wenn und das Aber
und steige ins Boot.

Wehrlos werde ich sein
und verwundbar, ich weiß,
auf dem offenen Meer
und einzig beschützt
von der Liebe.

Lothar Zenetti