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Text des Monats Januar

Lied zur Nacht

Nun geht der Tag zu Ende,
Schon schweigen die vier Wände,
Zum Schatten wird der Baum.
Lass in die Nacht uns münden
Und Herz zum Herzen finden.
Auf blassen Segeln schwimmt ein Traum.

Nun spür ich deine Nähe.
Dass dir kein Arg geschehe,
– So schlicht sei mein Gebet.
Die schwarzen Nachtgedanken,
Sie welkten schon, versanken,
Von deinen Händen fortgeweht.

Nun steigt auf Silberflügeln,
Aus roten Wolkenhügeln
Der späte Abendwind.
Lass drin uns Engel schauen
Mit gläubigem Vertrauen
Wie einst das demutsvolle Kind

Von Mascha Kaléko

Zum Jahresende

Nicht alles ist abgesagt

…Sonne ist nicht abgesagt.
…Frühling ist nicht abgesagt.
…Beziehungen sind nicht abgesagt.
…Liebe ist nicht abgesagt.
…Lesen ist nicht abgesagt.
…Zuwendung ist nicht abgesagt.

…auch auch die Mailkontakte und der Austausch zwischen unseren Ehrenamtlichen sind nicht abgesagt. Auch wenn unsere Fall-Teams in letzter Zeit etwas anders stattfinden mussten, als sonst.

Danke für eure Flexibilität und euren Einsatz! Wir von [U25] Freiburg wünschen euch schöne Feiertage und einen wunderbaren Jahresausklang 🙂

 

Text des Monats Dezember

Zuerst nach dem Grauen
Überleben lernen.
Misstrauen lernen
Die Zähne zusammenbeißen lernen
Sich verschließen lernen
Nichts mehr davon wissen wollen lernen
Durchhalten und Kämpfen lernen.
Dann – vielleicht
weil dein Hartsein
dich langsam zu töten beginnt –
dem Leiden einen Namen geben.
Das Schweigen brechen.
Dem Schrei erlauben,
das Herz zu verbrennen
und die Welt
in Asche versinken lassen. Mit trockenen Tränen
das Licht löschen
stumm werden
in der Dunkelheit!

Jetzt – endlich
der Stille lauschen.
Einem anderen Leuchten
Raum geben und sich davon
berühren lassen.

Und dann
leben lernen
hoffen lernen
lächeln lernen
berühren und berührt werden lernen
vertrauen lernen
lieben lernen.

Von Luise Reddemann

Neue Buchrezension

Text des Monats November

Die Welt unser Traum

Nachts im Traum die Städt‘ und Leute,
Ungeheuer, Luftgebäude,
Alle, weißt du, alle steigen
Aus der Seele dunklem Raum,
Sind dein Bild und Werk, dein eigen,
Sind dein Traum.

Geh am Tag durch Stadt und Gassen,
Schau in Wolken, in Gesichter,
Und du wirst verwundert fassen:
Sie sind dein, du bist ihr Dichter!
Alles, was vor deinen Sinnen
Hundertfältig lebt und gaukelt,
Ist ja dein, ist in dir innen,
Traum, den deine Seele schaukelt.
Durch dich selber ewig schreitend,
Bald beschränkend dich, bald weitend,
Bist du Redner und Hörer,
Bist du Schöpfer und Zerstörer.
Zauberkräfte, längst vergeßne,
Spinnen heiligen Betrug,
Und die Welt, die unermeßne,
Lebt von deinem Atemzug.

Hermann Hesse

Ausbildungsstart!

Letzten Samstag haben wir mit der Ausbildung von sieben neuen Peerberater*innen begonnen! Trotz Abstandsregeln hat es sich ganz nah angefühlt :-). In den nächsten Wochen und Monaten werden wir uns noch intensiver kennenlernen und natürlich ganz viel Wissen und Handwerkszeug rund um das Thema Mailberatung und suizidale Krisen vermitteln.

Hast du auch Interesse an der Ausbildung? Die nächste Möglichkeit zur Teilnahme gibt es im Herbst 2021.

Text des Monats Oktober

Und wenn der Sandsturm vorüber ist, wirst du dich kaum erinnern, wie du ihn durchquert, ihn überlebt hast. Du wirst nicht einmal sicher sein, ob er wirklich vorüber ist. Nur eins ist sicher. Wenn du aus dem Sandsturm kommst, bist du nicht mehr derselbe Mensch, der in ihn hineingeraten ist. Darin liegt der Sinn dieses Sturms.

Haruki Murakami (Kafka am Strand)

“Ich bin noch da!”

Es gibt einen neue Doku, in der u.a. die Arbeit von [U25] vorgestellt wird!

Der Film “Ich bin noch da” zeigt Betroffene, Angehörige, sowie Menschen, die sich für mehr Aufklärung und Unterstützung einsetzen. Begleitet wird z.B. Monja, die über [U25] Hilfe bekommen hat. Die 37 Grad-Doku ist sehr sehenswert, ihr könnt sie in der ZDF-Mediathek ansehen: https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-ich-bin-noch-da-100.html

Wir wollen Danke sagen!

Text des Monats September

Das Leben

Wir waren zwei hammerkrasse Typen
Zwei wie’s die nur einmal gab
Früher waren wir doch unsterblich
Heut’ stehst du mit einem Bein im Grab
Die Welt da draußen macht dich fertig
Und du sagst, du hast genug
Ey Amigo, guck nach vorn
Denk an unsern alten Spruch:

Nimm dir das Leben
Und lass es nicht mehr los
Denn alles was du hast
Ist dieses eine blos
Nimm dir das Leben
Und gib’s nie wieder her
Denn wenn man es mal braucht
Dann findet man’s so schwer

Wir sind doch keine Automaten
Wir sind ein Wunder – du und ich
Lass die andern weiterhetzen, weiterhetzen – wir nich’
Wir streunen locker durch die Gegend
Mal sehn wohin es uns so bringt
Und mit whiskeyrauer Stimme
Ey hör’ mal, was dein Freund dir singt:

Nimm dir das Leben
Und lass es nicht mehr los
Denn alles was du hast
Ist…

Udo Lindenberg