Aktuelles von [U25] Freiburg

Text des Monats November

Quiero – Ich will

Ich will, daß du mir zuhörst, ohne über mich zu urteilen.
Ich will, daß du deine Meinung sagst, ohne mir Ratschläge zu erteilen.
Ich will, daß du mir vertraust, ohne etwas zu erwarten.
Ich will, daß du mir hilfst, ohne für mich zu entscheiden.
Ich will, daß du für mich sorgst, ohne mich zu erdrücken.
Ich will, daß du mich siehst, ohne dich in mir zu sehen.
Ich will, daß du mich umarmst, ohne mir den Atem zu rauben.
Ich will, daß du mir Mut machst, ohne mich zu bedrängen.
Ich will, daß du mich hälst, ohne mich festzuhalten.
Ich will, daß du mich beschützt, aufrichtig.
Ich will, daß du dich näherst, doch nicht als Eindringling.
Ich will, daß du all das kennst, was dir an mir missfällt.
Daß du es aktzeptierst, versuchst es nicht zu ändern.

Ich will, daß du weißt…dass du heute auf mich zählen kannst….

Bedingungslos.

von Jorge Bucay

Text des Monats Oktober

Eine kleine Palme wuchs kräftig am Rande einer Oase. Eines Tages kam ein Mann vorbei. Er sah die kleine Palme und konnte es nicht ertragen, dass sie so prächtig wuchs.
Der Mann nahm einen schweren Stein und hob ihn in die Krone der Palme. Schadenfroh lachend suchte er wieder das Weite. Die kleine Palme versuchte, den Stein abzuschütteln. Aber es gelang ihr nicht. Sie war verzweifelt.
Da sie den Stein nicht aus ihrer Krone bekam, blieb ihr nichts anderes übrig als mit ihren Wurzeln immer tiefer in die Erde vorzudringen, um besseren Halt zu finden und nicht unter der Last zusammenzubrechen.
Schließlich kam sie mit ihren Wurzeln bis zum Grundwasser und trotz der Last in der Krone wuchs sie zur kräftigsten Palme der Oase heran.
Nach mehreren Jahren kam der Mann und wollte in seiner Schadenfreude sehen, wie wohl verkrüppelt die Palme gewachsen sei, sollte es sie überhaupt noch geben. Aber er fand keinen verkrüppelten Baum.
Plötzlich bog sich die größte und kräftigste Palme der Oase zu ihm herunter und sagte:
„Danke für den Stein, den du mir damals in die Krone gelegt hast. Deine Last hat mich stark gemacht!“

Afrikanisches Märchen

Text des Monat Juli

Take a minute.

UMARME. Erlebt Abenteuer. Freue dich an kleinen Dingen.
Spüre Halt. lacht gemeinsam. Triff Freunde. beginne HEUTE.
nutze Gelegenheiten.
zeig Courage. Teile deine Schokolade. GENIESSE.
Frag Wie geht es dir? Und mein die Frage ernst.
Akzeptiere. liebe. Schenke zeit.
überrasche. Schreibe eine SMS. Oder eine Postkarte.

Change a life.

www.weil-graz.org

Text des Monats Juni

„Warum gehst du denn so krumm, Tiger?“, fragt der kleine Bär. „Weil ich so unglücklich bin“, sagte der kleine Tiger. „Weil wir keinen Schatz gefunden haben.“
„Dann steig auf“, sagte der kleine Bär, „ich trag dich ein Stückel.“

„O Bär“, sagte der Tiger, „ist das Leben nicht unheimlich schön, sag!“
„Ja“, sagte der kleine Bär, „ganz unheimlich und schön.“

vom Kinderbuchautor „Janosch“

Text des Monats Mai

Wenn der Tag einfach nicht enden will und dir selbst nur die Nacht übrigbleibt,
wenn du dir sicher bist, genug von diesem Leben zu haben, halte durch!
Lass dich nicht gehen, denn jeder von uns weint und jeder von uns leidet manchmal.

Manchmal läuft irgendwie alles falsch.
Drum lass uns jetzt einfach zusammen singen.

Wenn selbst am Tag die Sonne nicht mehr scheint, halte durch!
Wenn du dich so fühlst, als würde dir alles entgleiten, halte durch!
Wenn du denkst, du hättest nun wirklich genug von diesem Leben, halte durch!

Denn auch wenn jeder von uns manchmal leidet.
Suche Trost bei denen Freunden und wirf jetzt nicht das Handtuch.
Und wenn du dich von allen im Stich gelassen fühlst, von allen alleingelassen, glaub mir: Du bist nicht alleine!

übersetzter Songtext „Everybody hurts“ REM

Text des Monats April

Ein belangloser Moment
Er kam. Der Moment, auf den ich wartete. Irgendwann im April 2000. Er war vollkommen belanglos. Es gibt nicht mal viel, was ich darüber schreiben kann. Und genau das war das Wunderbare daran. Es war ein Moment des Nichts, der Selbstvergessenheit, des fast zehn Sekunden dauernden Wachseins, ohne dass ich aktiv an meine Depression oder Angst dachte. Ich dachte an die Arbeit. Daran, ob ich einen Artikel von mir in die Zeitung bringen könnte. Es war kein glücklicher Gedanke, sondern ein neutraler. Es war der Silberstreif am Horizont, das Zeichen, dass die Sonne noch irgendwo existierte. Der Moment dauerte nicht lang, aber als sich die Wolken wieder vorschoben, war Hoffnung da. Es würde eine Zeit kommen, wenn aus diesen schmerzlosen Sekunden Minuten werden würden, Stunden und vielleicht sogar Tage.

Aus dem Buch „Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben“ von Matt Haig

Text des Monats März

Desiderata

Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast dieser Zeit und denke daran, dass wahrer Friede nur in der Stille zu suchen und zu finden ist.
Versuche, soweit es dir möglich ist, ohne dich selbst aufzugeben, mit allen Menschen auf gutem Fuß zu stehen, das heißt: auszukommen.
Wo immer es nötig ist, sage ruhig und besonnen die Wahrheit, und sei dir dabei stets bewusst, dass diese auch schmerzen kann.
Höre die Weltweisen, aber höre auch die anderen an, selbst wenn sie dir unwissend und dumm erscheinen, denn auch sie haben ihre Geschichte und an ihrem Schicksal zu tragen.
Meide die lauten und streitsüchtigen Menschen, denn sie sind eine Qual für den Geist.

Wenn du dich mit anderen vergleichst, werde nicht hochmütig und überheblich oder fühle dich nicht zu gering. Wisse: Es wird immer Menschen geben, die besser, vielleicht auch bedeutender oder geringer sind als du. Freue dich an dem bisher Erreichten und deinen Plänen, die dich beflügeln.
[…] Viele Menschen streben nach hohen Idealen, und überall gibt es gute Menschen und Helden. Sei du selbst! Bleibe dir selber treu, was auch immer geschehen mag, Und – was immer du bist, bleibe stets bescheiden.

Heuchle nie Gefühle vor, wo sie nicht vorhanden. Du schadest dir damit selbst und vor allem verletzt du andere.
Denke nie verächtlich über die Liebe, denn sie ist etwas Heiliges, und wo immer sie sich wieder regt, behandle sie als etwas Kostbares. Sie erfährt soviel Entzauberung, erlebt soviel Enttäuschung und erträgt manche Dürre. Dennoch wächst sie immer wieder neu wie frisches Gras, sie ist voll Ausdauer und Langmut.
[…] Stärke die Kraft deines Geistes, damit sie dir beisteht, wenn plötzliches Unheil über dich kommt.
Überfordere dich nicht mit Wunschträumen, bleibe realistisch und schau auf das, was im Augenblick nötig und möglich ist. Denn viele Ängste kommen aus falschen Erwartungen und Vorstellungen. Sie machen dich an Leib und Seele kaputt und nähren deinen Verdruss.

Bei aller Übung von Selbstdisziplin sei freundlich zu dir selbst. Du bist ein Kind der Schöpfung, ebenso wie Sonne, Mond und Sterne sowie Bäume und Sträucher, Berge, Hügel und Täler, Wind, Wasser und Feuer ein Teil dieser sind.
Du hast ein Recht, hier zu sein. Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, Gott hat dich gewollt; Er liebt dich und will, dass du glücklich bist. Und wenn du dich auch selbst und deine Umwelt nicht verstehst, so entfaltet sich doch die Welt nach Gottes Plan. Er hält und trägt dich.

So lebe denn in Frieden mit Gott, was du auch immer für eine Vorstellung von ihm hast. Was auch immer dein Streben und Sehnen ist, bewahre dir den Frieden mit deiner Seele, also den Frieden mit dir selbst und deinen Mitmenschen. Dann wird in dir die Erkenntnis wachsen, dass die Welt bei aller Mühe und Last, bei aller Plage und zerronnenen Träumen, dennoch eine schöne ist, auf der zu leben sich lohnt.

Greife nicht nach den Sternen. Strebe behutsam danach, zufrieden und glücklich zu sein.

Lebensregeln von Max Ehrmann

Text des Monats Februar

Es geht nicht immer geradeaus
Manchmal geht es auch nach unten
Und das wonach du suchst
Hast du noch immer nicht gefunden
Die Jahre ziehen im Flug an dir vorbei
Die Last auf deinen Schultern, schwer wie Blei

Jeden Morgen stehst du auf
Und kippst den Kaffee runter
Deine Träume aufgebraucht
Und du glaubst nicht mehr an Wunder
Mit Vollgas knapp am Glück vorbeigerauscht
Was dich runterzieht, ey ich zieh dich wieder rauf

Ich trag‘ dich durch
Die schweren Zeiten
So wie ein Schatten
Werd‘ ich dich begleiten

Ich werd‘ dich begleiten
Denn es ist nie zu spät
Um nochmal durchzustarten
Wo hinter all den schwarzen Wolken
Wieder gute Zeiten warten

Stell die Uhr nochmal auf null
Lass uns neue Lieder singen
So wie zwei Helikopter
Schweben wir über den Dingen
Und was da unten los ist, ist egal
Wir finden einen Weg so wie jedes Mal

Wieder geile Zeiten warten
Ey, lass zusammenhalten
Dann kommt die Sonne durch
Wir sind doch Lichtgestalten
Ey, das weißt du doch

Songtext „Durch die schweren Zeiten“ von Udo Lindenberg

Text des Monats September

Jugend

Was denkt ihr, wenn ihr uns unser Handy wegnehmt? Schließlich sind wir alt genug um damit umzugehen und zu entscheiden, wann und wie lange wir uns damit beschäftigen. Wir sind außerdem nicht die einzigen, die sie benutzen. Jeder ist heutzutage ständig in dieser virtuellen Welt, weil sie Teil der realen Welt geworden ist. Ihr benutzt sie auch! Wir teilen unsere schönsten; unsere traurigsten Momente mit unseren Freunden auch wenn sie gerade nicht dabei sind. Ob sie dabei verfälscht werden spielt keine Rolle. Wir sind regelrecht darauf angewiesen ständig auf dem neuesten Stand zu sein, up-to-date zu sein.

Aber was macht das mit uns in zwei parallelen Welten zu leben, ständig uns selbst und unser eigenes Leben als das beste zu verkaufen? Lügen wir uns dadurch nicht selbst ein bisschen an? Wenn wir zum Beispiel vorgeben jemand zu sein, der wir gar nicht sind… Aber schadet uns das oder gibt es uns einfach selbst ein besseres Gefühl, ein Gefühl ein tolles Leben zu führen?

Autor*in: anonym

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