Aktuelles von [U25] Freiburg

Text des Monats März

Ich wünsche dir

Ich wünsche dir, dass du beweinen kannst, was du entbehrt und verloren hast, ohne in Trauer Wurzel zu schlagen.

Ich wünsche dir, dass du Zorn fühlen kannst auf das, was Menschen dir angetan haben, ohne im Unversöhnlichen zu erstarren.

Heilender Friede wachse dir zu, dass Vergangenes dich nicht mehr quäle und böse Erinnerung dir nicht mehr zur Fessel werde.

Zuversicht ziehe ein, wo die Ohnmacht haust, dass du aufstehst, dein Leben zu wagen.

Unbekannt

Text des Monats – Februar

Blick nach vorn

Du sitzt noch da, die andern gehn
der Abspann läuft alle ham’s mit angesehn
und du mittendrin,
du kommst raus der Tag ist hell,
blickst nach vorn versuchst ihn scharf zu stelln
und alles verschwimmt

man sagt das Leben geht nicht geradeaus
und man kriegt nicht immer was man gerade braucht
doch mit jedem Tag der dir Hoffnung gibt
mit jedem Ziel das noch vor dir liegt
mit aller Sehnsucht die in dir wächst
blick’ nach vorn
mit jeder Wahrheit die du erkennst
mit jedem Zweifel gegen den du kämpfst
mit jedem Schlag der dich taumeln lässt
blick’ nach vorn
du trottest so vor dich hin
einfach nur um n bisschen Boden zu gewinnen
und du weißt nicht wohin
kannst nicht sehen wohin es führt
weil was hinten liegt sein Schatten vor dich wirft
und es ergibt keinen Sinn
und du siehst mit jedem Stück weit das du kommst
verschiebt sich auch dein Horizont

Songtext von Max Herre

Text des Monats Januar

Alles auf Anfang

Neu beginnen
Und alles nochmal von vorn

Wer sagt eigentlich
Dass das nicht geht
Vielleicht
geht es ja doch

Wenn da jemand ist
Denn aus mir selbst geht das nicht
Und wenn der rückwärtszählt
Und mich dann Schubst
Wenn es losgeht

Und ich nochmal anfangen darf
Von vorn

Jeden Tag

Wolfgang müller

Text des Monats Dezember

Das ist dein Leben

Da draußen da tobt doch alles weiter
Auch wenn ich heute nicht mehr wär’
Die Leute kaufen teure Dinge
Das Leben ist und bleibt unfair
Das ist dein Leben, das ist wie du lebst
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst
Warum du dir wieder so fremd bist in einer doch so hellen Zeit
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit
Ja genau das ist dein Leben, das ist wie du lebst
Warum wir manchmal fliegen, nicht mal wissen wie es geht
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen
Ja genau das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen
Wir trinken Wein an meinem Fenster
Im Rauch schauen wir dem Ganzen zu
Und müssen beide wieder lachen
Irgendwie gehören wir doch dazu
Das ist dein Leben, das ist wie du lebst
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst
Warum du dir wieder so fremd bist in einer doch so hellen Zeit
Warum du den wieder vermisst der dich sicher nicht befreit
Ja genau das ist dein Leben, das ist wie du lebst
Warum wir manchmal fliegen, nicht mal wissen wie es geht
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen
Ja genau das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen
Denn das ist dein Leben das ist wie du lebst
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst
Warum du dir wieder so fremd bist in einer doch so hellen Zeit
Warum du den wieder vermisst der dich sicher nicht befreit
Ja genau das ist dein Leben das ist wie du lebst
Warum wir manchmal fliegen, nicht mal wissen wie es geht
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen
Ja genau das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen
Songtext von Phillip Dittberner

Text des Monats November

Quiero – Ich will

Ich will, daß du mir zuhörst, ohne über mich zu urteilen.
Ich will, daß du deine Meinung sagst, ohne mir Ratschläge zu erteilen.
Ich will, daß du mir vertraust, ohne etwas zu erwarten.
Ich will, daß du mir hilfst, ohne für mich zu entscheiden.
Ich will, daß du für mich sorgst, ohne mich zu erdrücken.
Ich will, daß du mich siehst, ohne dich in mir zu sehen.
Ich will, daß du mich umarmst, ohne mir den Atem zu rauben.
Ich will, daß du mir Mut machst, ohne mich zu bedrängen.
Ich will, daß du mich hälst, ohne mich festzuhalten.
Ich will, daß du mich beschützt, aufrichtig.
Ich will, daß du dich näherst, doch nicht als Eindringling.
Ich will, daß du all das kennst, was dir an mir missfällt.
Daß du es aktzeptierst, versuchst es nicht zu ändern.

Ich will, daß du weißt…dass du heute auf mich zählen kannst….

Bedingungslos.

von Jorge Bucay

Text des Monats Oktober

Eine kleine Palme wuchs kräftig am Rande einer Oase. Eines Tages kam ein Mann vorbei. Er sah die kleine Palme und konnte es nicht ertragen, dass sie so prächtig wuchs.
Der Mann nahm einen schweren Stein und hob ihn in die Krone der Palme. Schadenfroh lachend suchte er wieder das Weite. Die kleine Palme versuchte, den Stein abzuschütteln. Aber es gelang ihr nicht. Sie war verzweifelt.
Da sie den Stein nicht aus ihrer Krone bekam, blieb ihr nichts anderes übrig als mit ihren Wurzeln immer tiefer in die Erde vorzudringen, um besseren Halt zu finden und nicht unter der Last zusammenzubrechen.
Schließlich kam sie mit ihren Wurzeln bis zum Grundwasser und trotz der Last in der Krone wuchs sie zur kräftigsten Palme der Oase heran.
Nach mehreren Jahren kam der Mann und wollte in seiner Schadenfreude sehen, wie wohl verkrüppelt die Palme gewachsen sei, sollte es sie überhaupt noch geben. Aber er fand keinen verkrüppelten Baum.
Plötzlich bog sich die größte und kräftigste Palme der Oase zu ihm herunter und sagte:
„Danke für den Stein, den du mir damals in die Krone gelegt hast. Deine Last hat mich stark gemacht!“

Afrikanisches Märchen

Text des Monat Juli

Take a minute.

UMARME. Erlebt Abenteuer. Freue dich an kleinen Dingen.
Spüre Halt. lacht gemeinsam. Triff Freunde. beginne HEUTE.
nutze Gelegenheiten.
zeig Courage. Teile deine Schokolade. GENIESSE.
Frag Wie geht es dir? Und mein die Frage ernst.
Akzeptiere. liebe. Schenke zeit.
überrasche. Schreibe eine SMS. Oder eine Postkarte.

Change a life.

www.weil-graz.org

Text des Monats Juni

“Warum gehst du denn so krumm, Tiger?”, fragt der kleine Bär. “Weil ich so unglücklich bin”, sagte der kleine Tiger. “Weil wir keinen Schatz gefunden haben.”
“Dann steig auf”, sagte der kleine Bär, “ich trag dich ein Stückel.”

“O Bär”, sagte der Tiger, “ist das Leben nicht unheimlich schön, sag!”
“Ja”, sagte der kleine Bär, “ganz unheimlich und schön.”

vom Kinderbuchautor “Janosch”

Text des Monats Mai

Wenn der Tag einfach nicht enden will und dir selbst nur die Nacht übrigbleibt,
wenn du dir sicher bist, genug von diesem Leben zu haben, halte durch!
Lass dich nicht gehen, denn jeder von uns weint und jeder von uns leidet manchmal.

Manchmal läuft irgendwie alles falsch.
Drum lass uns jetzt einfach zusammen singen.

Wenn selbst am Tag die Sonne nicht mehr scheint, halte durch!
Wenn du dich so fühlst, als würde dir alles entgleiten, halte durch!
Wenn du denkst, du hättest nun wirklich genug von diesem Leben, halte durch!

Denn auch wenn jeder von uns manchmal leidet.
Suche Trost bei denen Freunden und wirf jetzt nicht das Handtuch.
Und wenn du dich von allen im Stich gelassen fühlst, von allen alleingelassen, glaub mir: Du bist nicht alleine!

übersetzter Songtext “Everybody hurts” REM

Text des Monats April

Ein belangloser Moment
Er kam. Der Moment, auf den ich wartete. Irgendwann im April 2000. Er war vollkommen belanglos. Es gibt nicht mal viel, was ich darüber schreiben kann. Und genau das war das Wunderbare daran. Es war ein Moment des Nichts, der Selbstvergessenheit, des fast zehn Sekunden dauernden Wachseins, ohne dass ich aktiv an meine Depression oder Angst dachte. Ich dachte an die Arbeit. Daran, ob ich einen Artikel von mir in die Zeitung bringen könnte. Es war kein glücklicher Gedanke, sondern ein neutraler. Es war der Silberstreif am Horizont, das Zeichen, dass die Sonne noch irgendwo existierte. Der Moment dauerte nicht lang, aber als sich die Wolken wieder vorschoben, war Hoffnung da. Es würde eine Zeit kommen, wenn aus diesen schmerzlosen Sekunden Minuten werden würden, Stunden und vielleicht sogar Tage.

Aus dem Buch “Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben” von Matt Haig