Aktuelles von [U25] Freiburg

Text des Monats April

Sterne

Zu wenig Zeit genommen
für die Betrachtung der Sterne.
Ich rede nicht von Teleskopen.
Ich spreche von einer Dachluke
in einer ganz gewöhnlichen
wolkenlosen Nacht.
Vom Heimweg zu später Stunde,
nur flüchtig aufschauend,
Den Schlüssel schon im Schloss.
Nicht was ich nicht weiß
reut mich.
Mich reut
der nachlässige Gebrauch
meiner Augen

Rainer Malkowski

Fertig!!

Juhu, wir konnten letzten Samstag den Ausbildungsabschluss der neuen Peerberater*innen feiern :). Nach all dem Theorie-Input und vielen Übungen geht’s jetzt tatsächlich ans Mails schreiben. Wir freuen uns sehr über die Verstärkung unseres [U25]-Teams!

Text des Monats März

How to Be an Artist

Lass Dich fallen.
Lerne Schnecken zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Fertige kleine Zeichen, die „ja“ sagen
und verteile sie überall in Deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue Dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen,
schaukle so hoch Du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere Dich, „verantwortlich zu sein“ – tu es aus Liebe!
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter. Tu es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge.
Bade im Mondschein.

Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell Dir vor, Du könntest zaubern
Kichere mit Kindern. Höre alten Leuten zu.
Öffne Dich. Tauche ein. Sei frei. Schätze Dich selbst.

Lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in Dir. Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken. Werde nass. Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.

Susan Ariel Rainbow Kennedy (SARK) 

Text des Monats Februar

Jeden Tag

Jeden Tag laufe ich nach Hause,
nach der Arbeit ist das meine Pause.
Immer ist es ein bisschen dunkler
Die Welt ein Stückchen weniger bunter.
Alles sieht für mich immer gleich aus
bis ich bemerke: Ich will hier raus.

Montags denke ich, es sei gar nicht so schlimm,
dienstags bemerke ich, dass ich müde bin.
Mittwochs merke ich, ich kann nicht mehr,
donnerstags denke ich: Wochenende, komm her!
Freitags beginnt wieder die Einsamkeit,
ich kann mich nicht halten – es geht zu weit.
Der Abgrund wird immer deutlicher,
samstags und sonntags schaue ich genauer hinunter.

Jeden Tag laufe ich nach Hause,
nach der Arbeit ist das meine Pause.
Doch der Weg, er ändert sich,
ich sehe Lösungen, sie packen mich.

Montags laufe ich über die Brücke.
Was, wenn ich mich nicht mehr vorm Springen drücke?
Dienstags fährt um fünf der Zug,
ich könnte stehen bleiben – wäre das genug?
Mittwochs denke ich an meinen Badeschrank,
dort steht noch der Saft, den ich nie trank.
Donnerstags höre ich das Tosen vom Fluss,
es wirkt auf mich friedlich, fast wie ein Genuss.
Freitags übe ich Knoten mit dem Schal,
ich ertrag sie nicht weiter, die ganze Qual.

Samstag und Sonntag – ich bin so allein,
wer würde es merken, wenn ich nicht mehr wein’?
Es dreht und dreht sich alles im Kreise,
ich wünschte mein Kopf wär’ endlich mal leise.
Dann könnt ich schlafen, um mich auszuruhen
und müsste nie wieder irgendetwas tun.

Lilli
(entstanden während der Ehrenamtsausbildung)

Text des Monats Januar

Kennst du das auch

Kennst du das auch, daß manchesmal
Inmitten einer lauten Lust,
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehn mußt?

Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf
Wie Einer, den ein plötzlich Herzweh traf;
Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch,
Du weinst, weinst ohne Halt – Kennst du das auch?

Hermann Hesse (1901)

Neue Peerberater*innen für Freiburg

Diesen Monat hat die Ausbildung der ehrenamtlichen Krisenberater*innen gestartet! Wir freuen uns auf – intensive, spannende, witzige, abwechslungsreiche – Treffen in den nächsten Wochen und ganz viel Input zum Umgang mit Krisen und Methoden der Mail-Beratung :-). Die nächste Ausbildungsreihe beginnt im Herbst 2020.

Text des Monats Juni

Lasst uns reifen wie ein Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne die Angst,
dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt doch.

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die das sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so arglos, still und weit…

Man muss Geduld haben
Gegen das Ungelöste im Herzen
Und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben
wie verschlossene Stuben und wie Bücher,
die in einer fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man auch die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken,
eines fremden Tages in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke

Text des Monats März

Ich wünsche dir

Ich wünsche dir, dass du beweinen kannst, was du entbehrt und verloren hast, ohne in Trauer Wurzel zu schlagen.

Ich wünsche dir, dass du Zorn fühlen kannst auf das, was Menschen dir angetan haben, ohne im Unversöhnlichen zu erstarren.

Heilender Friede wachse dir zu, dass Vergangenes dich nicht mehr quäle und böse Erinnerung dir nicht mehr zur Fessel werde.

Zuversicht ziehe ein, wo die Ohnmacht haust, dass du aufstehst, dein Leben zu wagen.

Unbekannt

Text des Monats – Februar

Blick nach vorn

Du sitzt noch da, die andern gehn
der Abspann läuft alle ham’s mit angesehn
und du mittendrin,
du kommst raus der Tag ist hell,
blickst nach vorn versuchst ihn scharf zu stelln
und alles verschwimmt

man sagt das Leben geht nicht geradeaus
und man kriegt nicht immer was man gerade braucht
doch mit jedem Tag der dir Hoffnung gibt
mit jedem Ziel das noch vor dir liegt
mit aller Sehnsucht die in dir wächst
blick’ nach vorn
mit jeder Wahrheit die du erkennst
mit jedem Zweifel gegen den du kämpfst
mit jedem Schlag der dich taumeln lässt
blick’ nach vorn
du trottest so vor dich hin
einfach nur um n bisschen Boden zu gewinnen
und du weißt nicht wohin
kannst nicht sehen wohin es führt
weil was hinten liegt sein Schatten vor dich wirft
und es ergibt keinen Sinn
und du siehst mit jedem Stück weit das du kommst
verschiebt sich auch dein Horizont

Songtext von Max Herre

Text des Monats Dezember

Das ist dein Leben

Da draußen da tobt doch alles weiter
Auch wenn ich heute nicht mehr wär’
Die Leute kaufen teure Dinge
Das Leben ist und bleibt unfair
Das ist dein Leben, das ist wie du lebst
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst
Warum du dir wieder so fremd bist in einer doch so hellen Zeit
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit
Ja genau das ist dein Leben, das ist wie du lebst
Warum wir manchmal fliegen, nicht mal wissen wie es geht
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen
Ja genau das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen
Wir trinken Wein an meinem Fenster
Im Rauch schauen wir dem Ganzen zu
Und müssen beide wieder lachen
Irgendwie gehören wir doch dazu
Das ist dein Leben, das ist wie du lebst
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst
Warum du dir wieder so fremd bist in einer doch so hellen Zeit
Warum du den wieder vermisst der dich sicher nicht befreit
Ja genau das ist dein Leben, das ist wie du lebst
Warum wir manchmal fliegen, nicht mal wissen wie es geht
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen
Ja genau das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen
Denn das ist dein Leben das ist wie du lebst
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst
Warum du dir wieder so fremd bist in einer doch so hellen Zeit
Warum du den wieder vermisst der dich sicher nicht befreit
Ja genau das ist dein Leben das ist wie du lebst
Warum wir manchmal fliegen, nicht mal wissen wie es geht
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen
Ja genau das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen
Songtext von Phillip Dittberner